Gerade sind am Freitag Morgen die letzten Regenschauer abgeklungen, als die letzten der 156 Teilnehmer auf 78 Booten aus 7 Nationen zur Registrierung eilen. Fein säuberlich aufgereiht stehen 39 Flying Dutchman und 39 Korsare auf der Wiese des SC TWV Achensee, die Seglerinnen und Segler hoffen auf ein spannendes, windreiches Wochenende. Rekordverdächtige Meldezahlen lassen an die 80er-Jahre denken und es zeigt sich einmal mehr, was mit geschickter Terminwahl und attraktivem Rahmenprogramm an einem windsicheren, traumhaften Alpensee erreicht werden kann: In beiden Bootsklassen gehört der Karwendelcup mittlerweile seit Jahren zu den größten internationalen Regatten und dürfte dieses Jahr in Österreich – bis auf die Optimisten – ex aequo die Klassenregatta mit den meisten Teilnehmern sein.

Pünktlich um 12 Uhr schickte Wettfahrtleiter Georg Wietzorrek bei Sonnenschein und abflauendem Südwind alle 78 Boote aufs Wasser und behielt sie für 4 Wettfahrten bei Nordwind mit 3 bis 4 Bft bis zum Abend am Wasser. Es entwickelten sich spannende Rennen, bei denen man sich keinen noch so kleinen Fehler erlauben durfte. Konstanz war gefragt. Auch wenn der erste Tag schon sehr an den Kräften gezehrt hatte, sollte sich zeigen, dass die Entscheidung, erst bei Sonnenuntergang in den Hafen zurückzukehren, richtig war.

Am Samstag wollten weder Süd- noch Nordwind anspringen, der See lag spiegelglatt zwischen Karwendel und Rofangebirge! Umso mehr wurde dann am Abend auf der Bootshausparty getanzt. Und der eine oder andere Cocktail half, die Enttäuschung über den ausgebliebenen Wind hinunterzuspülen.

Nur wenige glaubten nach der Flaute vom Samstag, dass der Sonntag wieder die klassischen thermischen Winde bringen würde. Doch pünktlich um 11 Uhr setzte der Südwind ein. Unterstützt vom leichten Föhn wehte er konstant, und damit konnten weitere 3 Wettfahrten bei 2 bis 3 Bft und wolkenlosem Himmel gesegelt werden.

Konstante Spitzenplätze in allen Wettfahrten brachten je zwei Mannschaften aus Deutschland den Sieg: Felix Albert und Lukas Merz siegten fast so souverän im FD wie Markus und Stefanie Klug, die am Korsar in keiner Wettfahrt ein anderes Boot vor sich hatten. Die Österreichische Meisterschaft im Korsar holten sich mit dem zwölften Gesamtrang Veit Steiner und Michael Hofbauer vom Union Yachtclub Mattsee. Beste Österreicher im FD (7. Rang) wurden die aktuellen österreichischen Meister Jakob Holzinger (UYCT) und Paul Srienz (PSV-Wien, Sektion Segeln). Als bei der Siegerehrung auch noch der Nordwind einsetzte, versprachen alle im nächsten Jahr wieder zu kommen: Perfektes Timing, perfektes Setting, perfekte Organisation am Wasser und an Land!

Ergebnisse FD:

Ergebnisse Korsar:

Und könnt ihr die Bilder von Bianca Merz herunterladen: