75 Boote, Rekordhitze und ein 15. WM-Titel: die FD-WM 2026 in Kiel

Österreichische Flying Dutchman Klassenvereinigung · sailfd.at

75 Boote, Rekordhitze und ein 15. WM-Titel: die FD-WM 2026 in Kiel

Juli 2026 · von Philipp Stampfl (AUT 8)

Fahnenparade zur Eröffnung – Österreich mittendrin. · Foto: Kieler Woche 2026 / Felix Diemer

Eine Weltmeisterschaft, bei der der stärkste Gegner nicht auf dem Wasser stand, sondern darüber: die Hitze, die Flaute und die Uhr. Am Ende krönten sich altbekannte Meister – und zwei österreichische Teams nahmen mehr mit nach Hause als nur Ergebnisse.

Es ist Sonntagmittag auf der Kieler Förde, und rund 40 Flying Dutchman drehen ab Richtung Hafen. Nicht, weil sie aufgegeben hätten – sondern weil sie erwischt wurden. Schwarze Flagge, Frühstart, disqualifiziert. Die halbe Weltmeisterschaftsflotte segelt frustriert nach Hause, während der Rest sich zum x-ten Startversuch aufreiht. Willkommen am Schlusstag einer WM, die das Segeln zur Nebensache und das Warten zur Hauptdisziplin gemacht hat.

Der Gegner hieß Hochsommer

Spiegelglatt und flach: die Flotte im Leichtwind der Kieler Förde. · Foto: Kieler Woche 2026 / Sascha Klahn

Kiel im Juni, das verspricht eigentlich frische Brisen. Diesmal lieferte die Ostsee das Gegenteil: Rekordhitze von bis zu 36 Grad, ein hartnäckiges Hoch – und Wind nur in homöopathischen Dosen. Für die 75 Teams aus elf Nationen bedeutete das vor allem eines: Geduld. Lange Stunden an Land, der Blick zum schlaffen Verklicker, die ewige Frage „geht heute noch was?“. Am Ende standen nach fünf Tagen ganze vier gewertete Wettfahrten in den Büchern – für eine Weltmeisterschaft eine magere Ausbeute, für die Nerven eine Zerreißprobe.

Dass überhaupt gesegelt wurde, war Millimeterarbeit der Wettfahrtleitung. Die einzige Wettfahrt des zweiten Tages kam erst am Abend zustande, als die Thermik nur noch auf den Innenbahnen ein Lebenszeichen von sich gab – und selbst die schlief zum Schluss so gründlich ein, dass die halbe Flotte das Zeitlimit riss und gar nicht mehr ins Ziel fand. Den Auftakt gewannen die dänischen Routiniers Bojsen-Møller.

Der eine Tag, an dem die WM entschieden wurde

Endlich Wind: ein dicht gestaffeltes Feld am Wind – an dem einen guten Tag. · Foto: Kieler Woche 2026 / Christian Beeck

Dann, mittendrin, ein Geschenk: drei Wettfahrten bei brauchbarem, stabilem Wind auf der Außenbahn. Endlich echtes Championship-Segeln, bei dem Bootsspeed und saubere Bahnen zählten statt Lotteriewind. Was an diesem einen guten Tag passierte, sollte am Ende über Gold, Silber und Bronze entscheiden – auch wenn es damals noch keiner ahnte. Denn danach machte das Wetter wieder dicht: ein weiterer Hitzetag ohne Wind, nachts eine Gewitterfront.

Chaos mit Ansage

Volles Programm am Wasser: Manöver im dichten Feld. · Foto: Kieler Woche 2026 / Sascha Klahn

Der Schlusstag begann mit Warten, bis das Gewitter abgezogen war, und mündete ins pure Drama. Ein erster Start wurde kurz vor der Luvtonne abgebrochen, als der Wind kurzerhand von Südost auf West drehte. Als die neue Bahn stand, machte sich am Startschiff eine kräftige Strömung aus Lee bemerkbar – so deutlich, dass der erste Versuch prompt im allgemeinen Rückruf endete. Also schwarze Flagge. Und selbst die schreckte nicht alle: Wer die Strömung unterschätzte oder auf Nichterkennung hoffte, zahlte drauf. Rund 40 Boote wurden identifiziert und geschickt heimgeschickt. Die verbliebene Gruppe startete regulär – nur um mitanzusehen, wie der Wind auf der zweiten Kreuz erneut einschlief. „N über A“, Wettfahrt gestrichen, Meisterschaft beendet. Vier Rennen, fünf Tage, ein Haufen Geschichten.

Die alten Meister lassen grüßen

Wenn der Wind zur Mangelware wird, gewinnen jene, die aus wenig am meisten machen. Szabolcs Majthényi und András Domokos aus Ungarn sind genau diese Sorte Segler – und holten sich sage und schreibe ihren 15. Weltmeistertitel. Silber ging an die Deutschen Kay-Uwe Lüdtke/Kai Schäfers, deren Angriff der Black-Flag-Schlusstag im Keim erstickte; Bronze an die italienischen Brüder Nicola und Francesco Vespasiani. Ein Podium aus drei Nationen – internationaler geht Weltmeisterschaft nicht.

Rot-Weiß-Rot: Lehrgeld und Lichtblicke

Mittendrin statt nur dabei: AUT 42 (Hampl/Panuschka, rechts) auf dem Weg zum starken 8. Platz. · Foto: Kieler Woche 2026 / Christian Beeck

Für die österreichische Fraktion war es eine WM der starken Momente. Das neu formierte Duo Anna Hampl / Manfred Panuschka (AUT 42) setzte gleich im schwierigen Auftaktrennen – jener Abendwettfahrt, in der die halbe Flotte strandete – ein Ausrufezeichen: Platz 8. Am Ende stand ein solider 32. Gesamtrang – eine Ansage für eine frisch zusammengewürfelte Crew.

AUT 8 (Strittmatter/Stampfl) erwischte einen zähen Start – das Auftaktrennen beendete man, wie die halbe Flotte, gar nicht. Und trotzdem war die Reise ein Gewinn. „Wir haben am Start ausprobiert, was wir am Traunsee trainiert hatten – und mussten lernen: Mitten im dicksten Pulk zu starten ist bei Leichtwind und fast 80 Booten brandgefährlich. Der kleinste Fehler, und du kommst aus den Abwinden nicht mehr raus.“ Große Felder, so das Fazit, sind eine eigene Kunst. Am letzten Tag saß die Lektion: In der später abgebrochenen Wettfahrt lag man an der Luvtonne auf 8, an der Dwars auf 5, am Leegate sogar auf 4. Nicht gewertet – aber der versöhnlichste Beweis, dass der Groschen gefallen war.

Mehr als nur Segeln

Was die WM an Wind schuldig blieb, machte das Drumherum wett. Das Ambiente der Kieler Woche – die Massen an 29ern, J/70 und ILCA, das ständige Rein- und Raus-Slippen im Hafen – machte jeden Wartetag an Land zum Erlebnis. Wer schon einmal mittendrin stand, weiß: Diese Kulisse gibt es nur in Kiel.

Für die Österreicher kommt die Revanche – mit Windgarantie

Der Frust über die Kieler Flaute hat ein kurzes Verfallsdatum. Für die heimische Flotte geht es schon bald weiter – und zwar dorthin, wo der Wind bei Sommerwetter praktisch im Fahrplan steht: an den Achensee, den „Gardasee Österreichs“. Dort steigt die Internationale Österreichische Staatsmeisterschaft, ausgetragen vom SCTWV im Rahmen des Karwendelcups. Angesetzt sind zehn Wettfahrten in drei Tagen, bereits 26 Teams haben gemeldet, die 30-Boote-Marke ist in Reichweite.

Zwischen Karwendel und Rofan macht die Thermik den See bei Sonne zur verlässlichen Windmaschine – exakt das Gegenmittel zur Kieler Geduldsprobe. Was Kiel schuldig blieb, liefert Tirol also voraussichtlich frei Haus. Die nächste WM steigt dann 2027 in Pula (Kroatien) – doch zuerst richten sich alle Augen auf den Achensee, wo der Wind bekanntlich Wort hält.
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Fotos: Kieler Woche 2026 / Christian Beeck, Felix Diemer, Sascha Klahn

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Panduren CUP in der Oberpfalz – der echte Schatz am Silbersee

AUT42 hat sich heuer zum Saisonauftakt in die Oberpfalz gewagt – zum Panduren Cup, wo sich wohl noch nie zuvor ein österreichischer FD hin verirrt hat. Am Silbersee wurde uns zwar kein Schatz versprochen, aber der Segelclub Waldmünchen ist mindestens genauso kitschig-schön wie der Winnetou-Klassiker, auf dessen Titel sich dieser holprige Wortwitz bezieht.

Der Stausee ist klein aber oho: Er bietet kompakte Kurse bei anspruchsvollen, böigen und drehenden Winden. Somit ist ein häufiges Aufeinandertreffen während einer Wettfahrt möglich, was es auch für nicht so versierte Teams interessant macht.

Dieses Jahr feiert der Club sein 60-jähriges Bestehen. Eine große Jollenwiese, viel Stellplatz und die familiäre Atmosphäre zeichnen diesen Ort aus.

Ab dem ersten Augenblick wurden wir alle willkommen geheißen und herzlichst sich um uns gekümmert. Miriam und ich sind bereits Mittwoch Abend angereist, um noch zusätzlich 2 Tage zum segeln und trimmen zu bekommen. Nach einem langem Winter war es uns wichtig ohne Stress wieder einsteigen zu können. Gesagt getan: schrauben, schneiden, schmelzen, segeln. Nächster Tag, selbes Programm.

Samstag konnten wir bei herrlichem Wetter 3 Wettfahrten bei 1-3 Bft N bis NW-Wind segeln. Die Dreher waren eine Herausforderung für Wettfahrtleiter Rudi Weinzirl, musste er doch auch Untiefen/seichte Stellen des Sees mit einbeziehen. Aber im Schlamm stecken kann ja mal passieren, da steigt man dann halt aus und schiebt 😉

Souverän die erste Wettfahrt gewonnen haben GER 53 Luk Gruber mit Lucas Danninger, knapp vor GER 45 Michi Dorrer mit Peter Kränkl . Zweite Wettfahrt hatte dann GER 45 die Nase vorn, vor dem Vater-Sohn-Duo Michael und Simon Schmits. Leider hatten GER 53 ein technisches Gebrechen und mussten mit dem 9. Platz die Wettfahrt beenden. In der dritten haben sie aber wieder bravourös den 1. belegt, vor Schmits am 2. und Dorrer am 3. Platz.

Mehr oder weniger zufrieden, je nach Boot, konnte dann der Samstag mit köstlichem Essen und Bier ausklingen. Ein musikalisches Highlight waren natürlich Christiane und Jonas mit Quetschn und Kontrabass!

Am Sonntag wurden zwar von Rudi sehr motiviert bereits um 7 Uhr morgens die Bojen umgelegt, aber der angesagte Nordwind blieb leider aus. Somit konnten keine weiteren Wettfahrten mehr gesegelt werden. Damit hat den Panduren Cup 2026 GER 45 Michael Dorrer/Peter Kränkl gewonnen (2/1/3). Der zweite Platz geht an GER 2083 Micheal Schmits/Simon Schmits (5/2/2) und der dritte an GER 53 Luk Gruber/Lucas Danninger (1/9/1).

Und wie schlug sich die österreichische Delegation, wird sich jetzt der geneigte Leser fragen?

Nach Grundberührung in der 1. Wettfahrt und Probleme mit dem Spi, konnten wir uns stetig verbessern. Soweit, dass wir in der 3. Wettfahrt nach einem grandiosen Start fast 2 Runden führten, aber dann doch als 4. durchs Ziel gingen. Tja… Wir sind trotzdem zufrieden und freuen uns auf die nächste Regatta!

Danke an Christiane und Jonas für die Organisation, danke an die zahlreichen Helfer (groß und klein) im Hintergrund, die uns einen wunderschönen Saisonstart bescherten! Unserem Boot hat es in der Oberpfalz so gut gefallen, dass es einfach dort geblieben ist, um zwei Wochen später bei den Bavarian Open an Steinberger See wieder anzutreten.

Beste Grüße

AUT 42

Miriam und Anna

PS: Danke an alle erdenklichen Wettergötter, welche uns vor Schneetreiben und/oder Schnee am Boot bewahrt haben (Gerüchte zufolge ist das am Panduren CUP üblich). Danke für 4 Tage Sonnenschein, Wind und 20 Grad!

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Internationales Top-Feld beim FD Karwendelcup 2025 am Achensee

Der diesjährige Karwendelcup der Flying Dutchman Klasse am Achensee zeigte eindrucksvoll, dass Qualität manchmal wichtiger ist als Quantität. Zwar waren mit 20 Booten weniger Teams als im Vorjahr am Start, doch das internationale Feld aus Österreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Kroatien, der Schweiz und Tschechien war hochkarätig besetzt. Besonders im vorderen Mittelfeld ging es extrem eng zu – Platzierungen wurden oft erst auf den letzten Metern entschieden.

An Land bewies der SCTWV, dass Tiroler Gastfreundschaft nicht nur am Berg gilt. Das traditionelle Burgergrillen mit Freibier heizte die Stimmung schon vor dem ersten Startschuss an, und die Cocktailparty am Samstagabend war fast so legendär wie der Wind am Achensee. Der neue Wirt im Club sorgte dafür, dass niemand hungrig heimgehen musste – Nachschlag gab’s immer, so wie man es in Tirol gewohnt ist: „Wenn’s guat isch, gibt’s a bissl mehr.“

Auf dem Wasser führte Wettfahrtleiter Andreas Sammer (YKA) mit seiner Mannschaft die Segler souverän durch das Programm dieser FD-Schwerpunktregatta. Trotz düsterer Wetterprognosen stellte sich der Nordwind pünktlich ein und ermöglichte sechs spannende Wettfahrten, die zeigten, was den FD so besonders macht: Tempo, Taktik und ganz viel Action an den Bojen. Am Ende segelten GER 222 (Lukas Albert / Felix Merz) souverän zum Sieg. Dahinter wurde es richtig knapp: SUI 1 (Stephan Fels / Ulf Hügel) holten Rang zwei, dicht gefolgt von GER 45 (Michi Dorrer / Philipp Zingerle, SCTWV).

Ein besonderes Highlight war auch die Preisvergabe: Bereits zum 20. Mal wurde der von der Familie Aichholzer gestiftete Kristall-Wanderpreis an die Sieger überreicht – ein Symbol für die lange Tradition und Bedeutung des Karwendelcups. Ergänzt wurden die Auszeichnungen durch edle Holztrophäen mit 3D-Relief vom Achensee samt Bergpanorama – kleine Kunstwerke, die den Spirit des Reviers perfekt einfangen. Dazu gab es Helly-Hansen-Shirts mit speziellem Karwendelcup-Logo. Berge, Wind, Wasser – eine Kombination, die sowohl den Achensee als auch die Marke Helly Hansen ideal repräsentiert.

Und fürs nächste Jahr ist das Ziel klar: 2026 wird im Rahmen des Karwendelcups wieder die Österreichische FD-Staatsmeisterschaft ausgetragen. Dann will man die 30-Boote-Marke knacken. Wir freuen uns schon jetzt auf 2026 im SCTWV – mit packenden Wettfahrten, legendären Abenden am Club und dem einzigartigen Gefühl, zwischen Karwendel und Rofan mit dem FD über das Wasser zu fliegen. Tiroler Herzlichkeit, internationales Flair und Segeln auf höchstem Niveau – das ist der Karwendelcup.

FD Karwendelcup 2025 – Action, Tradition & Tiroler Gastfreundschaft!

20 Teams aus 7 Nationen kämpften am Achensee um Sekunden und Platzierungen – bei perfekten Nordwind-Bedingungen über 6 spannende Wettfahrten.

🏆 Der Sieg ging an GER 222 (Lukas Albert / Felix Merz), vor SUI 1 (Stephan Fels / Ulf Hügel) und GER 45 (Michi Dorrer / Philipp Zingerle, SCTWV).

Besonderer Moment: Zum 20. Mal wurde der von Familie Aichholzer gestiftete Kristall-Wanderpreis an die Sieger übergeben – eine echte Trophäe mit Geschichte.

🍔🍹 An Land sorgten Burgergrillen, Freibier und Cocktailparty für legendäre Stimmung. Dazu gab’s edle Holztrophäen und exklusive Helly-Hansen-Shirts.

👉 Save the Date: 2026 wird’s noch größer – mit der Österreichischen FD-Staatsmeisterschaft beim SCTWV am Achensee.

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